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Titelseite Broschüre Schöne neue atomare Welt Broschüre «Schöne neue atomare Welt»

Neue Atomkraftwerke, wie sie auch in der Schweiz gefordert werden, sind weder sauber noch sicher noch klimaneutral, sondern multiplizieren die Gefahr der Weiterverbreitung der atomaren Waffen. Die neuste Publikation des Schweizerischen Friedensrates vom Juni 2007 hinterfragt die atomare Propaganda

Das neue Atomzeitalter – Editorial

Der US-Präsident preist sie in seiner klimapolitischen Erklärung zum G-8-Gipfel in Heiligendamm anfangs Juni dieses Jahres ebenso enthusiastisch wie die generalstabsmässige PR-Propaganda der schweizerischen Energiekonzerne nach der Vorstellung des ersten UNO-Klimaberichts: Die ‘zivile’ Atomtechnologie als saubere, sichere, klimaneutrale Energiequelle, die den künftigen Energiebedarf decken soll. Damit werden gleich zwei Fliegen geschlagen, die Planung und der Bau neuer Atomkraftwerke wird nicht nur mit dem Ersatz der alten, auch in der Schweiz in absehbarer Zeit auslaufenden begründet, sondern mit einem Beitrag zur Deckung der zu erwartenden Energielücke legitimiert, wenn die nötige Reduktion der Treib-hausgasemissionen angegangen werden soll.

Damit erhält die jahrzehntelange Auseinandersetzung um die Gefahren einer Technik, die aus der militärischen Massenvernichtung erwuchs und zur ständigen ‘zivilen’ Bedrohung wurde, eine neue Dimension, auch in der Schweiz. Denn keines der Probleme dieser nicht zu beherrschenden Energiequelle ist bis heute gelöst, weder die Sicherheit der laufenden Betriebe noch die Entsorgung des anfallenden nuklearen Mülls und schon gar nicht die nach dem Ende des Kalten Krieges weitgehend verdrängte, aber nichtsdestotrotz vorhandene militärische Bedrohung durch die bestehenden Arsenale der atomaren Mächte und die mit einer globalen Expansion neuer Werke ungemein erhöhten Proliferation, d.h. das Abzweigen von Materialien für Waffenzwecke der atomaren Habenichtse dieser Welt.

Die brandgefährlichen siamesischen Zwillinge leben weiter, ja multiplizieren sich im ‘zweiten’ Atomzeitalter, vor dessem Abgrund wir in einer Welt voller bewaffneter Konflikte stehen. Die US-Zeitschrift «Bulletin of Atomic Scientists» hat am 17. Januar 2007 wieder einmal die Zeiger der «Doomsday Clock», der Weltuntergangsuhr, um zwei Minuten näher an das Ende der Welt herangerückt – auf fünf Minuten vor Mitternacht. Diese Entscheidung spiegelt das weltweite Versagen wider, Lösungen für die zwei schlimmsten globalen Bedrohungen – Atomwaffen und den Klimawandel – zu finden.

Braucht es auch in der Schweiz, wie erstmals Ende der fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, wieder eine tatkräftige Bewegung gegen die atomare Gefahr, wie das Bild des Ostermarsches 1966 auf der Rückseite dieser Publikation insinuiert? Wir sind der Meinung und möchten mit den hier abgedruckten wissenschaftlichen und journalistischen Beiträgen zum Thema dazu beitragen, dass die militärische Seite der neuen ‘zivilen’ Expansion in der Schweiz nicht aus dem Blickfeld gerät.

Schweizerischer Friedensrat, Juni 2007

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Die Broschüre «Schöne neue atomare Welt» als PDF (744 KB) zum download

Inhalt

Seite 3: Das neue Atomzeitalter – Editorial


Seite 4: Schöne neue atomare Welt
Neue Atomkraftwerke sind keine Antwort auf den Klimawandel, sondern multiplizieren die Weiterverbreitung der atomaren Waffen. Von Zia Mian und Alexander Glaser.

Seite 12: Neues atomares Wettrüsten?
Würden die jetzigen Atommächte ihre Verpflichtungen erfüllen, könnte den Atomprogrammen Irans und Nordkoreas glaubwürdiger entgegengetreten werden. Von Annette Schaper.

Seite 16: Noch nie war die Gefahr grösser als heute
Zur Gegenwart der atomaren Aufrüstung und welche gravierenden Folgen es für die Region hätte, wenn der Iran Atomwaffen besässe. Von Andreas Zumach

Juni 2007, 24 Seiten, Fr. 15.–


Erklärung des Schweizerischen Friedensrates zum Hiroshima-Tag vom 6. August 2009